Samstag, 22. August 2020

Systemwechsel von Canon (APS-C) zu Olympus (MFT)

Meine erste (analoge) Spiegelreflexkamera war eine Canon A1, mit der ich ein wenig herumknipste. Erst viele, viele Jahre später kaufte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera (DSLR): Die Canon EOS 1000D. Mit der war ich rund 6 Jahre lang sehr zufrieden. Dann versuchte ich ein paar Kompakt- und Bridgekameras (Sony, Panasonic, Nikon), aber die stellten mich überhaupt nicht zufrieden! Also holte ich mir wieder eine anständige DSLR: Die Canon EOS 80D! Und ja, mit der war ich mega zufrieden, eine wirklich tolle Kamera! Ich holte mir insgesamt sechs Objektive und versuchte das Thema Fotografie erstmals etwas professioneller anzugehen. Ich fing auch an bei YouTube Filme hochzuladen und ich habe mit der Bildbearbeitung angefangen.


Meine erste Olympus:
Es gab nur ein Problem mit der Canon EOS 80D: sie ist unglaublich groß und schwer und ich wollte die nicht bei jedem Ausflug mitschleppen... also musste noch irgendwas Kleines her! Mit Kompakt- und Bridgekameras hatte ich ja zu viele schlechte Erfahrungen gemacht, also probierte ich die Olympus PEN E-PL9 aus - eine spiegellose Systemkamera (DSLM), die nur unwesentlich größer als eine Kompaktkamera ist und so in die Jackentasche und sogar in manche Hosentaschen passt:

Meine kleine Olympus!

Die kleine Olympus sollte ein Zwischending zwischen Smartphone und Canon sein, ein Kompromiss zwischen Größe und Bildqualität. Aber erstaunlicherweise ist die Olympus E-PL9 so sensationell gut, dass ich gar nicht unterscheiden konnte, welche Fotos ich mit der Canon und welche ich mit der Olympus gemacht hatte.
Ich fand die Olympus in Sachen Autofokus, Handhabung und Bedienung sogar teilweise besser als die Canon! Ich nahm immer öfter die Olympus mit und die Canon wurde etwas vernachlässigt...

Eigentlich wollte ich für die Olympus nur das mitgelieferte Pancake-Objektiv behalten (ich habe darüber damals ein Video gemacht), aber einige Zeit später verkaufte ich das 50mm 1.8 Objektiv der Canon und kaufte mir stattdessen ein Panasonic 25mm 1.7 Objektiv für die Olympus - diese Kombination machte für mich einfach viel mehr Sinn!

Und da fing ich an zu grübeln: Macht die Canon EOS 80D überhaupt noch Sinn?

Die Olympus PEN E-PL9 ist super, würde mir aber nicht als Hauptkamera reichen:
1. Kein Sucher (in vielen Situationen sehr wichtig).
2. Der Bildschirm lässt sich nicht zur Seite klappen, nur nach unten (Video auf Stativ so nicht möglich).
3. Kein Mikrofonanschluß (benötige ich auch fürs filmen).
4. Kleinere Einschränkungen bei den technischen Daten.


Die Entscheidung:
Ein Wechsel vom APS-C-Sensor zum MFT-Sensor wäre grundsätzlich erstmal eine Verschlechterung, da der MFT-Sensor ein wenig kleiner ist. Aber merkt man da überhaupt einen Unterschied? Meine E-PL9 hat nicht nur einen kleineren Sensor als die Canon, sondern auch nur 16 statt 24 Megapixel. Auf den Fotos erkenne ich dennoch kaum einen Unterschied, die Megapixel sind nur beim Vergrößern der Fotos erkennbar.
Aber egal ob 16 oder 24 MP: hier im Blog werden die Fotos mit nur 4 MP dargestellt, auf Instagram sogar mit nur 1 MP! Eine Hochwertigere Olympus hätte zudem 20 MP, da ist der Unterschied zur Canon noch geringer... aber dafür ist der MFT-Sensor moderner und bietet eine verhältnismäßig gute Bildqualität, für die geringe Größe und Auflösung.
Eigentlich wollte ich irgendwann zu einer Vollformatkamera umsteigen (z.B. Sony a7 Mark III) - dieser Sensor wäre vier mal so groß wie ein MFT-Sensor - das ist ein wirklich enormer Unterschied!
Klar, ein Vollformatsensor hat Vorteile beim Rauschverhalten und bei der Tiefenschärfe... aber die meisten Leute sehen einfach keinen Unterschied zwischen Vollformat- und MFT-Fotos! Das bestätigen sogar Profifotografen! Als Laie oder Hobbyfotograf sieht man dort dann ganz sicher keinen Unterschied...
Die Unterschiede (und auch Möglichkeiten) zu Smartphone, Kompakt- oder teilweise auch Bridgekamera sind da sehr viel Größer.

Also war es klar: Ich mache einen Systemwechsel!

In die nähere Auswahl kamen die Olympus OM-D E-M1 Mark III und die OM-D E-M5 Mark III.
Zugegeben: Die M1.3 ist technisch ein wenig besser, aber weil die M5.3 noch ein bisschen kleiner ist und so einen geilen Retro-Look hat, habe ich mich für die M5.3 entschieden ^^
Die technischen Vorteile der M1.3 waren mir persönlich nicht so wichtig, aber eine schöne Kamera bereitet mir einfach Freude bei der Nutzung.


Die Unterschiede:
Wie schon angesprochen hat die M5.3 einen kleineren (aber moderneren) Sensor mit nur 20 statt 24 MP. Den Unterschied nimmt man auf den Fotos aber nicht wahr (Beispielfotos spare ich mir, weil man echt keinen Unterschied sieht!).
Die weiteren Vorteile der M5.3: Kein mechanischer Spiegel, modernere Menüführung und Handhabung, sehr viel kleiner und leichter (auch die jeweiligen Objektive), viel besserer Autofokus, ein ganzer Haufen nützlicher Zusatzfunktionen (Live-Bulb/Composite, ProCapture) 5-Achsen-Bildstabilisiereung am Sensor,...
Vorteile der EOS 80D? Ein Akku reicht für drei mal mehr Fotos und das zweite Display oben auf der Kamera war ganz cool. Aber das ist nichts wirklich Wichtiges... nehm ich halt noch nen zusätzlichen Akku mit! Und das zeigt mir, dass meine Entscheidung absolut richtig war.
 
Die Größen- und vor allem die Gewichtsunterschiede sieht man hier deutlich:
 
 Canon und Olympus jeweils mit einem 75-300 mm Objektiv.
 
Canon mit 10-18mm, Olympus mit 9-18mm Objektiv. 


Die Kosten:
Die ganze Ausrüstung ist hochwertiger, besser (u.a. Lichtstärke bei den Objektiven), neuer und somit auch teurer, als meine Ausrüstung von Canon.
Ich habe mir meine gesamte Ausrüstung gebraucht (aber neuwertig) zusammen gekauft:
- Olympus OM-D E-M5 Mark III inkl. drei Akkus

Insgesamt habe ich für die Kamera und für die fünf Objektive knapp 2000 Euro bezahlt.

Für meine Canon hatte ich ebenfalls fünf Objektive, die von den Brennweiten her ungefähr den neuen Olympus-Objektiven entsprachen. Ich habe das alles bei eBay und eBay-Kleinanzeigen verkauft und dafür noch rund 1300 Euro bekommen.

Der Umstieg hat mich nach Kauf und Verkauf also etwa 700 Euro gekostet.
Dafür habe ich ein viel moderneres System (spiegellos!), welches kleiner und leichter ist und einige Sonderfunktionen bietet. 


Zwei Olympus Kameras?
Ich habe natürlich noch die kleine Olympus PEN E-PL9 mit dem 14-42mm F/3.5-5.6 Pancake-Objektiv. Aktuell also zwei Kameras mit sechs Objektiven. Das Gute dabei: Die Akkus und Objektive passen zu jeweils beiden Kameras!
Aber natürlich habe ich mich jetzt gefragt: Brauche ich die kleine E-PL9 nun überhaupt noch?
Die war schließlich die leichte Alternative zur Canon, aber die neue M5.3 ist nun fast so klein und leicht wie die E-PL9. Aber eben nur fast! Die E-PL9 passt mit dem Pancake-Objektiv in die Jacken- bzw. manche Hosentasche, die M5.3 nicht.
Die M5.3 werde ich wesentlich öfter mitnehmen können als die Canon, aber ich muß die immer mit einem Schultergurt mitführen. Außerdem kann die E-PL9 immer als Zweitkamera dienen - z. B. wenn ich auf der M5.3 eine Teleobjektiv habe, dann kann ich mit der E-PL9 den Weitwinkel abdecken.

Zwei Olympus mit zwei Objektiven wiegen weniger als die Canon mit Teleobjektiv 
oder etwa gleich viel mit Weitwinkel. 
 
 
Fazit: 
Die beste Kamera nützt nichts, wenn sie daheim rumliegt, weil sie zu groß und zu schwer ist!
Ursprünglich wollte ich mir als nächstes eine Vollformat-Kamera zulegen, aber die Olympus PEN E-PL9 hat bereits angedeutet, dass das nicht nötig ist. Mit der Olympus OM-D E-M5 Mark III bin ich super zufrieden, weil sie leicht und kompakt ist, man bei den Fotos keinen Unterschied zu APS-C sieht und auch laut Profis sieht man auch kaum einen Unterschied zu Vollformat. 
Es macht mir riesen Spaß mit der Olympus zu fotografieren, auch weil die Handhabung so gut ist und ich erfreue mich an dem schicken Design.  
Mit dem System bin ich nun für mehrere Jahre bestens ausgerüstet! 

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